Mister "Camping" setzt auf Familienurlaub
Rolf Meyer zu Bentrup sieht großes Tourismus-Potenzial in Skandinavien
VON JAN MARKUS SCHÜTZ
Bietet Urlaub in Wohnwagen und Zelten: Rolf Meyer zu Bentrup leitet seit 2007 das Camping-Gelände an der Regenstorstraße in Lemgo und hat nach eigenen Angaben 170 000 Euro in den Park investiert. | Foto: schütz
Wer in Lemgo Urlaub machen möchte, der kann in einem Hotel übernachten oder seine Zelte im Camping-Park aufschlagen. Seit März 2007 leitet Rolf Meyer zu Bentrup das Gelände an der Regenstorstraße.

Lemgo. Der 38-jährige Geschäftsführer des Campingplatzes, Rolf Meyer zu Bentrup, hat nach eigenen Angaben bereits 170 000 Euro in die Renovierung des Campingplatzes hinter dem Freizeitbad Eau-Le gesteckt. So wurden im vergangenen Winter unter anderem zwei Sanitäranlagen saniert. Eine lohnende Investition, findet der 38-Jährige. "Die Anzahl an Besuchern steigt", erzählt er stolz. Im Juni sei der Park nahezu durchgängig ausgebucht gewesen. Trotzdem will Meyer zu Bentrup den Park in diesem Winter erstmals schließen. "Gerade der vergangene Winter hat uns gezeigt, dass bei Eis, Kälte und Schnee niemand campen will", begründet er.

Doch auch in der kalten Jahreszeit wird er weiterarbeiten. Auf dem Gelände soll ein Spielplatz entstehen. Auch über ein Animationsprogramm während der Ferien denkt Meyer zu Bentrup nach. Mit diesen Maßnahmen will er noch mehr Familien anlocken. "Nur etwa 15 Prozent der Gäste reisen derzeit mit ihrer Familie an", schätzt Meyer zu Bentrup. Das sei ausbaufähig. Camping-Fan Adri van Lüttervelt gehört zu dieser Gruppe. Die Niederländerin verbringt ihren Sommerurlaub bereits zum zweiten Mal auf dem Lemgoer Campingpark. Sie reiste gleich mit Ehemann und ihrer Tochter samt Familie an. "Mir gefallen die Innenstadt und der Campingplatz", begründet sie ihre Urlaubswahl. Van Lüttervelt ist eine von vielen Niederländern auf dem Platz. Meyer zu Bentrup will allerdings noch weitere Teile Europas für sich gewinnen. "Ich glaube, in Skandinavien schlummert noch viel Potenzial." Deshalb mache er jetzt vermehrt Werbung in Dänemark, Schweden und Norwegen. Im Gegensatz zu seinem zweiten Campingplatz im Bielefelder Vorort Quelle sei die Lage des Lemgoer Pendants erheblich besser. "Hier ist alles fußläufig zu erreichen. Die Gäste können sich im Freibad erholen und anschließend die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt bewundern, ohne eine Weltreise machen zu müssen." 

Trotzdem bereite ihm die Lage des Camping-Platzes rund viermal im Jahr Probleme. "Wenn auf dem Regenstorplatz Kirmes ist, reisen die Leute auch ab und wollen ihr Geld zurück", berichtet der gelernte Bankkaufmann. Dennoch will er sein Geld weiter in Lemgo investieren. Ab September vermietet er im "Aussichtsturm" einen Partyraum inklusive Übernachtungsmöglichkeiten.