Camperparadies Lemgo
Immer mehr Gäste auf dem Platz am Eau-Le - Pächter investiert 110 000 Euro in zwei Jahren
Die Sonne über Lemgo lacht: Und Kaja Seidelin sowie Poul Christensen fühlen sich in der alten Hansestadt sehr wohl. "Schön hier", sagen die Dänen über den Campingpark Lemgo. | Foto: Reineke
Von Thomas Reineke

Lemgo. "Es ist schön hier, einfach schön." Poul Christensen reckt die Beine unterm Campingtisch aus, beißt genüsslich ins Frühstücksbrötchen. Die Vögel zwitschern, um ihn herum nur Grün und Begleiterin Kaja Seidelin. So wie die beiden Dänen denken viele Gäste des Campingparks Lemgo. Dieser schreibt an einer echten Erfolgsgeschichte.

Im März 2007 hat Rolf Meyer zu Bentrup (37) den heruntergekommenen Platz zwischen Eau-Le und Bega übernommen. In der Zwischenzeit investierte er rund 110 000 Euro in die Infrastruktur, stellte zwei Mitarbeiter ein und freut sich nun über die sich einstellenden Erfolge: "Es könnte kaum besser laufen", blinzelte Meyer zu Bentrup gestern in die Vormittagssonne. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann bestätigt: "Die Entwicklung ist sensationell gut, wir haben den richtigen Pächter gefunden." 

Das 2,2 Hektar große Gelände gehört der Stadt. Seit den 1950er Jahren wird an der Stelle ein Campingplatz betrieben. Aber so erfolgreich wie Meyer zu Bentrup war bisher kein Pächter: "Wir haben im Vergleich zum Vorjahr Zuwachsraten zwischen 50 und 100 Prozent. Im Mai waren wir an sechs Tagen komplett ausgebucht und mussten mehrere Camper an andere Plätze verweisen." Unter anderem an den Campingpark Bielefeld im Vorort Quelle, den Meyer zu Bentrup ebenfalls führt. Die beiden Plätze sind nach Angaben des 37-Jährigen jedoch kaum zu vergleichen: "In Lemgo bleiben die Gäste meist ein, zwei oder sogar drei Wochen. In Bielefeld nur einige Tage." Meyer zu Bentrup führt diese Tatsache unter anderem darauf zurück, dass in Lippe weitaus mehr zu unternehmen sei. "Hier kann man klasse Fahrrad fahren, dazu kommen die nahe Stadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten und das Eau-Le mit Frei-, Hallenbad und Sauna - das ist perfekt", so Meyer zu Bentrup, der zudem die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und Lemgo Marketing lobt. Erneuert hat er in den vergangenen zwei Jahren unter anderem den Aufenthaltsraum und die Sanitäranlagen. Was bei den Gästen sehr gut ankommt: "Es ist wirklich ein schöner Campingplatz geworden, und der Preis stimmt auch", lobt der Holländer Wim Pool. Er ist übrigens typisch für den Campingpark Lemgo. 70 Prozent der Gäste kommen aus Pools Heimat. "Wir sind im niederländischen Campingführer vertreten und profitieren von Mund-zu-Mund-Propaganda", so Meyer zu Bentrup. Und das so gut, dass der Pächter (hat einen Vertrag bis 2022 mit Option auf Verlängerung) ankündigt: "In zwei Jahren ist der Platz zu klein." Erweiterungsmöglichkeiten gibt es wegen des Eau-Le und des Hochwasserschutzes für die Bega jedoch nicht.